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Ihr-Kinderlein-kommet

Ihr Kinderlein kommet

Geschichte eines Weihnachtsliedes

Um 1808/10 verfasste der Augsburger Domkapitular Christoph von Schmid (1768–1854), das achtstrophige Weihnachtsgedicht "Ihr Kinderlein kommet", dass ursprünglich "Die Kinder bey der Krippe" hieß.
Christoph von Schmid, der auch als Lehrer arbeitete, schrieb mit Erfolg Gedichte, Texte und Erzählungen für Kinder.
Nach der Erstpublikation des Textes im Jahr 1811 verbreitete es sich rasch über Landes- und Konfessionsgrenzen hinweg. Es ist eines der bekanntesten Weihnachtslieder und wird auf der ganzen Welt gesungen.

Zum Gedicht gibt es mehrere Vertonungen. Von Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800), einem deutschen Musiker und Komponisten, stammt die bereits 1794 geschaffene Melodie.
Schulz ist unter anderem auch bekannt für die Melodie zu Matthias Claudius’ Gedicht „Abendlied“ („Der Mond ist aufgegangen“).

Eine umfassende Dokumentation zur Enstehungsgeschichte findet man auf Historisches Lexikon Bayerns. Der Augsburger Domkapitular Christoph von Schmid (1768–1854), der auch als Lehrer arbeitete, schrieb mit Erfolg Gedichte, Texte und Erzählungen für Kinder.

 
Christoph von Schmid und zwei Schüler
 

Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all!
Zur Krippe her kommet in Betlehems Stall
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht!

O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall,
seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl,
den lieblichen Knaben, das himmlische Kind,
viel schöner und holder, als Engelein sind.

Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh,
Maria und Josef betrachten es froh;
die redlichen Hirten knien betend davor,
hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

Manch Hirtenkind trägt wohl mit freudigem Sinn
Milch, Butter und Honig nach Betlehem hin;
ein Körblein voll Früchte, das purpurrot glänzt,
ein schneeweißes Lämmchen mit Blumen bekränzt.

 
O seht in der Krippe, im nächtlichen Stall
 

O betet: Du liebes, Du göttliches Kind
was leidest Du alles für unsere Sünd’!
Ach hier in der Krippe schon Armut und Not,
am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod.

O beugt wie die Hirten anbetend die Knie,
erhebet die Hände und danket wie sie!
Stimmt freudig, ihr Kinder – wer wollt sich nicht freun? –
stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!

Was geben wir Kinder, was schenken wir Dir,
du Bestes und Liebstes der Kinder, dafür?
Nichts willst Du von Schätzen und Freuden der Welt –
ein Herz nur voll Unschuld allein Dir gefällt.

So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin;
wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn –
und mache sie heilig und selig wie Dein’s,
und mach sie auf ewig mit Deinem nur Eins.

 
Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800)
 

Frohe Weihnachten
&
ein gutes neues Jahr !